Räumlich-zeitliche Analyse von Kipppunkten im sozio-ökologischen System der Nordsee

Die Nordsee gehört zu den am intensivsten genutzten Meeren der Welt. Dabei spielen neben der Fischerei vor allem die Energiegewinnung durch Offshore-Windparks, Öl- und Gasförderung, der Schiffsverkehr sowie Landwirtschaft und Tourismus eine bedeutende Rolle. Auch die Folgen des Klimawandels werden zunehmend spürbar. Plötzliche Veränderungen in diesem komplexen sozio-ökologischen System (SES) können weitreichende Folgen für Natur und Mensch haben. Die Prozesse und Wechselwirkungen, welche die Anfälligkeit des Systems gegenüber Kipppunkten und Regime-Shifts bestimmen, sind bislang noch wenig verstanden.

 

Im Projekt SeaUseTip wird am Beispiel der deutschen Nordsee erstmalig die Anfälligkeit des SES in Bezug auf Kipppunkte ganzheitlich analysiert und bewertet. Dabei konzentrieren sich die Betrachtungen vor allem auf Veränderungen in der Zusammensetzung der Fischgemeinschaft.

 

Der interdisziplinäre Ansatz verbindet die Betrachtungen der ökologischen, ökonomischen und soziokulturellen Teilsysteme. Die gewonnenen Erkenntnisse werden wesentlich dazu beitragen, die Widerstandsfähigkeit des Gesamtsystems im Angesicht tiefgreifender ökologischer Veränderungen zu bewerten. Auf dieser Basis sollen Strategien für ein nachhaltiges, ökosystembasiertes Management entwickelt werden.

Fotos: pxhere.com, unsplash.com/Jonas Jacobsson (Fischernetz), unsplash.com/Nicholas Doherty (Windpark)